Kostenstelle

Keine Frage der Definition:
Das ist eine Kostenstelle!

Nach internationaler Definition ist eine Kostenstelle (der entsprechende englische Begriff lautet "cost center") sowohl der Ort der Kostenentstehung als auch einer damit verbundenen Leistungserbringung. Diese Leistungen werden vom betrieblichen Controlling im Rechnungswesen einer Kostenstelle in Rechnung gestellt, um sie intern verrechnen zu können. Aus anderer Perspektive handelt es sich bei den Kostenstellen um Unter-Abteilungen eines Unternehmens, die sowohl unter Berücksichtigung der jeweiligen Verantwortungsbereiche als auch räumlicher und funktionaler Aspekte gebildet werden.

Was bezweckt eine Kostenstelle in der Kostenrechnung?

Die Kostenstellenrechnung stellt dem Unternehmen wichtige interne Informationen zur Verfügung, auf deren Basis gut fundierte Entscheidungen gefällt werden können. Grundsätzlich hat sich dafür eine Dreiteilung der Kostenrechnung in Kostenarten-, Kostenstellen- sowie Kostenträgerrechnung eingebürgert. Erstere fragt: "Welche Kosten sind in welcher Höhe angefallen?" und Letztere: "Wofür sind Kosten angefallen?" Gewissermaßen als Verbindung zwischen beiden beschäftigt sich die Kostenstellenrechnung mit der Frage: "Wo sind die Kosten angefallen?" Anhand dieser Grundstruktur lassen die unterschiedlichsten Detailfragen beantworten, zum Beispiel …

  • welche Abteilung die geringsten Kosten verursacht und somit am effizientesten arbeitet
  • warum Kosten sehr viel höher ausfallen als ursprünglich geplant und wo genau diese Verschiebung aufgetreten ist
  • oder wie sich eine Steigerung der Produktion um zehn Prozent auf den Gewinn auswirkt.

Die Frage "Was bezweckt eine Kostenstelle?" kann somit verallgemeinernd damit beantwortet werden, dass sie den Erfolg oder auch Misserfolg eines Unternehmens transparenter macht.

Was ist für die Bildung von Kostenstellen maßgeblich?

Im Controlling ist es möglich, die Bildung von Kostenstellen nach den unterschiedlichsten Kriterien zu veranlassen, beispielsweise nach:

  • ihrer Funktion, etwa als Material-, Fertigungs-, Verwaltungs- und Vertriebsbereich
  • dem Verantwortungsbereich, zum Beispiel Abteilungen oder Werkstätten
  • räumlichen Aspekten wie Standorten, Maschinenarbeitsplätze oder Büros
  • oder Verrechnungsaspekten, was die Unterscheidung von Hauptkostenstellen, Nebenkostenstellen und Hilfskostenstellen nach sich zieht.

In der Praxis werden bei der Bildung von Kostenstellen im Unternehmen jedoch nahezu regelmäßig mehrere der oben genannten Kriterien gleichzeitig berücksichtigt.

Was sind anschauliche Beispiele für Kostenstellen?

Beispiele für Kostenstellen? Der Materialbereich enthält beispielsweise alle Kostenstellen respektive Abteilungen, die im weitesten Sinne mit dem Material beziehungsweise der Beschaffung des Materials zu tun haben, also die Einkaufsabteilung, die Wareneingangsprüfung, die Eingangslogistik usw. Der Verwaltungsbereich setzt sich demgegenüber unter anderem aus den Kostenstellen Finanzbuchhaltung, Personal sowie Controlling zusammen. Die einzelnen Kostenstellen eines Unternehmens werden im sogenannten Kostenstellenplan festgehalten, wo dann jede von ihnen eine festgelegte Kostenstellen-Nummer erhält, wie beispielsweise der Werkschutz die "005" oder das Materiallager die "102". Diese Kennzahl ist dann auch auf allen Rechnungen verzeichnet, welche die jeweilige Kostenstelle oder Abteilung betreffen.